Philosophie

Durch das Hineinschlüpfen in eine andere Rolle wird das Kind automatisch zum Sprechen angeregt. Es kann neue Erfahrungen machen und sich selber aus einem neuen Gesichtswinkel sehen - das hilft ihm bei der Findung der eigenen Identität. Andererseits ist durch die Möglichkeit, die Verkleidung jederzeit wieder ablegen zu können, gewährleistet, dass das Kind ohne Probleme wieder es selbst sein kann. Dies ist für das Kind von existentieller Wichtigkeit, da es erst allmählich beginnt, eine entsprechende Ich-Stärke zu entwickeln.

Diese Art des kindlichen Spiels - das „Rollen- und Stegreifspiel“ - geht immer mit einer „Phantasie- bzw. Verkleidungskiste“ einher. Es wirkt befreiend und entlastend, da sich das Kind bedrückende Erlebnisse und Ängste von der Seele spielen und sprechen kann. Es gibt wieder, was es in seiner Umwelt erlebt und was es selber gerne möchte. Es teilt dabei sich und anderen aber auch Gegenständen eine Rolle zu. So sehr das Kind in seiner Rolle aufgeht, es unterscheidet klar zwischen Illusion und Wirklichkeit.

[Vgl. Kriegseisen, E., Ausdruck und Persönlichkeit S. 84, unveröffentlichte kombinierte Hausarbeit zum Erlangen des Lehramtszeugnisses für Allgemeine Sonderschulen und Sondererziehungsschulen (Fachgebiet: Sprachheilkunde) 1996]


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